Deutscher Nationalpreis 2015

Deutscher Nationalpreis 2015 an Neil MacGregor

v.l.nr. Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler, Senatspräsident der Deutschen Nationalstiftung, der Preisträger Neil MacGregor, die Laudatorin, Prof. Monika Grütters, Staats­ministerin für Kultur und Medien, Prof. Dr. Richard Schröder, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung und geschäftsführender Vorstand Dirk Reimers am 16. Juni 2015 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin.

Deutsche Geschichte in ihrer Gesamtheit

Die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs bestimmen bis heute das Bild Deutschlands über unsere Grenzen hinaus. Dass die deutsche Geschichte auch Jahr­hunderten davor und nun schon 70 Jahren danach umfasst, haben viele nicht im Blick, vor allem nicht in Großbritannien.

Neil MacGregor, das Britische Museum und die BBC haben sich mit profunder Kenntnis und großem Einfühlungs­vermögen dafür eingesetzt, das vor siebzig Jahren eingefrorene Deutschlandbild in Großbritannien mit der Ausstellung "Memories of a Nation", dem gleichnamigen Buch und einer sechs­wöchigen BBC-Serie zu erweitern und den Blick auf 600 Jahre deutscher Geschichte zu öffnen.

Mit einer feierlichen Veranstaltung in der bis auf den letzten Platz besetzten Französischen Friedrichstadt­kirche in Berlin mit vielen und sehr hochrangigen Gästen würdigte die Deutsche Nationalstiftung Neil MacGregor an seinem Geburtstag für diese beispielhafte Anstrengung mit der Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2015 und hob zugleich die Nähe Deutschlands zu Großbritannien und die Unverzichtbarkeit des Vereinigten Königreiches in einem vereinten Europa hervor.

In seiner Begrüßungsrede würdigte Dirk Reimers als geschäftsführender Vorstand der Stiftung u.a. die Ausstellung, das Buch und die BBC-Serie und erinnerte Neil MacGregor an seine Gastschülerzeit am Hamburger Heinrich-Hertz-Gymnasium vor 52 Jahren.

Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler ging als Senats­präsident der Deutschen Nationalstiftung in seiner Einführungsrede auf die Ziele der Stiftung ein, auf Inhalt, Entwicklung und Bedeutung des Begriffes der Nation und auf den roten Faden aller Stiftungsaktivitäten.

Staatsministerin Professor Monika Grütters beleuchtete in ihrer Laudatio detailliert die Londoner Ausstellung, die BBC-Serie, das Buch und die Person Neil MacGregors und wählte dazu dessen Methode der Erzählung anhand von einzelnen Objekten: Der Stein von Rosette, Salvador Dalís "Der Christus des Johannes vom Kreuz", Ernst Barlachs "Schwebender Engel" in Güstrow, die weit geöffnete Eingangspforte des Britischen Museums und das Großbau­stellenoutfit der Arbeiter am Humboldtforum, der künftigen Wirkungsstätte von Neil MacGregor als Gründungsintendant.

In seiner Dankesrede ging Neil MacGregor auf das deutsch-britische Verhältnis und die Motive seiner Ausstellung, seines Buches und der BBC-Sendereihe ein, für die die Wiedervereinigung Deutschlands der letzte Anstoß war. Wie Theodor Fontane 1854 mit "Ein Sommer in London" und 1860 mit "Jenseit des Tweed" den deutschen England und Schottland näher gebracht habe, wolle die Londoner Ausstellung den Briten das neue Deutschland und 600 Jahre seiner Geschichte zeigen und einen Neubeginn der Beziehungen unterstützen.

Das Preisgeld von 50.000 Euro geht auf Wunsch von Neil MacGregor in ganzer Höhe an das Britische Museum. In seinem Schlusswort unterstreicht Prof. Dr. Richard Schröder als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung, dass die Auswahl Neil MacGregors als Nationalpreisträger lange vor dessen Nominierung als Gründungsintendant des Berliner Humboldt-Forums erfolgt war, dass diese Nominierung aber eine zusätzliche Freude für alle darstelle. In der ihm eigenen kenntnisreichen und humorvollen Art beschreibt er sprachliche Gemeinsamkeiten von Engländern und Sachsen und die Zugehörigkeit Großbritanniens zu Europa.

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Aktuell

04.06.2020

Torsten Pötzsch,
© Stadt­verwaltung Weißwasser/O.L.

Deutscher Nationalpreis 2020 geht an Torsten Pötzsch. Der Oberbürgermeister der ostsächsischen Kleinstadt Weißwasser wird für seinen starken Einsatz gegen Hass und Spaltung in seiner Kommune ausgezeichnet, stellvertretend für viele Kommunalpolitiker, die sich ebenso für unsere Demokratie und die Bewahrung einer offenen Gesellschaft einsetzen.

Den Förderpreis 2020 erhält die Initiative „No Hate Speech Movement“, die sich in vielen Ländern gegen Hetze im Netz engagiert.

Pressemeldung


Wir gedenken mit großer Dankbarkeit unseres Gründungsmitglieds, des Physikers Prof. Dr. Reimar Lüst.

Der Wissenschaftsmanager, langjährige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und frühere Generaldirektor der ESA setzte sich mit großem persönlichem Engagement dafür ein, dass die Stiftung entstehen konnte. Gemeinsam mit Helmut Schmidt, Kurt Masur, Kurt Biedenkopf und Peter Kreyenberg gehörte er im Jahr 1993 dem Vorstand an und blieb der Stiftung als kundiger Berater stets verbunden. Er ist am 31.03.20 im Alter von 97 Jahren verstorben.


Podiumsdiskussion am 17.03.20 zum Thema Demokratie braucht: Haltung – ein alter Begriff, eine aktuelle Forderung
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Veranstaltung wurde abgesagt


Neue Geschäftsführung ab Januar 2020 – Dr. Agata Klaus wird neue Geschäfts­führerin der Deutschen Nationalstiftung.
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Gremien­mitglied Prof. Dr. Susanne Schröter, Leiterin des Forschungs­zentrums Globaler Islam an der Frankfurter Universität, im Interview mit dem Deutschland­funk zum Thema: Politischer Islam in Deutschland


Podiumsdiskussion am 05.11.19 in Weimar zum Thema: „100 Jahre Weimarer Verfassung und die Zukunft der Demokratie“ mit einer Einführung des Historiker Prof. Dr. Heinrich August Winkler


Teilnehmer der SchulBrücke Europa in Heidelberg


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