Pressemitteilung - Hamburg, den 5. März 2002

Auszeichnung für das Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf - Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung (25 T€) für Schriftsteller aus Osteuropa

Die 1993 von Helmut Schmidt errichtete Deutsche Nationalstiftung verleiht in Verbindung mit der Körber-Stiftung den Deutschen Nationalpreis 2002 zugleich an Günter de Bruyn und Wolf Jobst Siedler. Beide haben sich dafür ausgesprochen, den Förderpreis zum Nationalpreis an das Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf der Stiftung Kulturfonds, Berlin zu vergeben. Die Auszeichnung ist für die Einrichtung von zwei bis drei »Günter de Bruyn / Wolf Jobst Siedler - Stipendien Schloß Wiepersdorf« für deutschkundige Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus einem Land Osteuropas vorgesehen.

Mit der Entscheidung der beiden Nationalpreisträger, den Förderpreis osteuropäischen Schriftstellern zugute kommen zu lassen, bekennen sich die beiden Preußen-Kenner zu einer transnationalen Kulturgemeinschaft in Europa. Dazu Wolf Jobst Siedler: »Berlin und Preußen sind im Kern herzlich unnational. Ein Blick in die Geschichte belegt, dass es beiden Gemeinwesen solange gut erging, wie das Fähnlein des Nationalen eingerollt blieb. Ich freue mich, wie durch die zunehmende politische Ratlosigkeit der Nationalstaaten die Attraktivität und das Gestaltungspotential der europäisch verstandenen Völkerfamilie wiederentdeckt werden. Unsere Vettern im Osten des Kontinents gehören dazu !«

Der Förderpreis belegt zudem die Verbundenheit der beiden Schriftsteller mit dem kulturellen Erbe Europas. Das Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, einst Wohnsitz des Ehepaars Bettina und Achim von Arnim, knüpft an die Tradition der »romantischen Geselligkeit« an, und steht auch heute wieder für die Begegnung von Künstlern aus aller Welt. Schloss Wiepersdorf versteht sich als Brücke zwischen Ost und West, zwischen Romantik und zeitgenössischer Literatur. Es erscheint insofern prädestiniert für den mit dem Nationalpreis verbundenen Förderpreis. Günter de Bruyn hierzu: »Die Romantik ohne Motive und Erzählformen der europäischen Nachbarn wäre schlicht undenkbar. Meine Herkunft und meine Schriften zeigen das Gleiche. Ich freue mich, dass der Förderpreis 2002 der Nationalstiftung das vielfädige Geflecht verdeutlicht, das die Literatur und nicht zuletzt unser Verständnis von Nation und Europa trägt.« Dietger Pforte, Geschäftsführer der Stiftung Kulturfonds, freut sich über die hohe Auszeichnung der Deutschen National-stiftung. Er dankt Günter de Bruyn und Wolf Jobst Siedeler herzlich für ihre Entscheidung, die auch eine außerordentliche Ehrung der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf darstellt. Der Förderpreis wird im Rahmen des Festaktes für den Deutschen Nationalpreis am 24. Mai 2002 in Berlin übergeben.

Für nähere Auskünfte steht Ihnen Christine Neuhaus (0049-40-41336-701) zur Verfügung.


Die Deutsche Nationalstiftung wurde 1993 gegründet. Ziel der Stiftung ist es, die Vereinigung der Deutschen und ihre kulturelle Identität in Europa zu fördern. Darüber hinaus nimmt die Deutsche Nationalstiftung zu drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft Stellung. Ihrem Vorstand gehören an: Dr. Klaus Asche, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Prof. Dr. Reimar Lüst, Prof. Kurt Masur und Helmut Schmidt. Das Kuratorium wird geleitet von Dr. Ulrich Cartellieri, der Senat von Prof. Dr. Richard Schröder.


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